Wahlnachlese der Chamer SPD

Wahlanalyse
Privat

Vorstandschaft der Chamer SPD hält Wahlnachlese

Coronabedingt konnte sich die Vorstandschaft des SPD Ortsvereins Cham jetzt erst wieder persönlich treffen. Erstes Thema war die Wahlanalyse der Bürgermeister- und Stadtratswahlen im März. Dazu hatte Ortsvorsitzender Martin Schoplocher umfangreiches Zahlenmaterial aufbereitet. Man müsse so ehrlich sein zu sagen, dass die beiden Wahlziele nicht erreicht wurden. Ziel war es die Bürgermeisterkandidatin zumindest in die Stichwahl zu bringen und ein drittes Stadtratsmandat zu erringen. Zwar habe man im Vergleich zur Wahl in 2014 2341 Stimmen mehr verbuchen können, aber dieser Zuwachs sei im Wesentlichen auf das sehr gute Abschneiden einer Person zurückzuführen. Nach wie vor große Probleme habe man in den Ortsteilen, auch teilweise in jenen, in denen Kandidaten vor Ort leben. Trotzdem wählen die Bürgerinnen und Bürger doch lieber die jeweilige Ortsliste. Erfreuliche Ausnahme war der Ortsteil Windischbergerdorf mit sehr aktiven Kandidaten und einem fast lückenlosen Haustürwahlkampf.

Bürgermeisterkandidatin Claudia Zimmermann analysierte selbstkritisch: „Ich hätte mit dem Haustürwahlkampf bereits im November beginnen müssen und habe den Zeitaufwand dafür unterschätzt. Trotz vielen Verpflichtungen im Beruf und in der Familie habe ich versucht, einen emotionalen und innovativen Wahlkampf zu führen und mein Bestes zu geben.“ „Aber 1500 Haustürbesuche und 224 Kilometer Laufstrecke haben leider nicht gereicht.“ Trotzdem freute sie sich über das persönliche Ergebnis und den erhaltenen Zuspruch. Die SPD Vorstandschaft bedankte sich in diesem Zusammenhang ausdrücklich bei allen Kandidatinnen und Kandidaten der Liste und allen, die mitgeholfen haben, den Wahlkampf zu organisieren und zu finanzieren. Kassier Edi Hochmuth legte die genauen Zahlen auf den Tisch. Der Wahlkampf habe ein großes Loch in die Ortsvereinskasse gerissen, das aber durch Spenden der Kandidaten und von interessierten Bürgerinnen und Bürgern wieder etwas ausgeglichen werden konnte. Jetzt gelte es nach vorne zu schauen und die neu gewonnen Kandidaten und Interessierten kontinuierliche Aufbauarbeit zu leisten. Dazu kündigte Oli Schulz an, im Herbst alle Kandidatinnen und Kandidaten zu einem Treffen nach Windischbergerdorf einzuladen.
Martin Schoplocher berichtete, dass Mitgliederversammlungen momentan nur per Videokonferenzen möglich seien. Wann eine Delegiertenwahl für die kommende Bundestagswahl durchgeführt werden könne, entscheide sich im Herbst.

Bericht über den Start in die Legislaturperiode

Zum Abschluss der Vorstandssitzung berichteten die beiden Stadträte Oliver Schulz und Claudia Zimmermann über die aktuelle Stadtratsarbeit. Zunächst wurden zwei grundsätzliche Entscheidungen getroffen. „Wir nehmen nicht mehr an der Fraktionssitzung der Freien Wähler teil, sondern führen unsere eigenen Fraktionssitzungen durch“, so Fraktionsvorsitzende Claudia Zimmermann. „Außerdem haben wir mit dem ÖDP Mitglied Florian Gruber, der erstmals den Sprung in den Stadtrat geschafft hat, eine Arbeitsgemeinschaft. Florian mag manchen unbequem erscheinen, aber er hat viele frische Ideen und oftmals eine andere Perspektive auf Sachverhalte. Umweltschutz und Nachhaltigkeit ist ihm sehr wichtig, das passt prima zu unseren Themen“. Zimmermann und Schulz berichteten, dass die Arbeit von Stunde eins an Fahrt aufnahm. Alle drei Stadträte bekleiden Referentenposten – so kümmert sich Stadtrat Schulz besonders um Baumaßnahmen, Stadträtin Zimmermann setzt ihre Priorität in den nächsten Monaten auf die Erarbeitung eines innovativen Konzepts für das neue Seniorenheim St. Michael. Die Arbeitsweise des neuen Bürgermeisters erlebt die Fraktionsvorsitzende als engagiert und kommunikativ. „Er holt Meinungen ein und stimmt sich ab, sein Tempo ist beachtlich.“

BU: Die Vorstandschaft des SPD Ortsvereins Cham wirft einen kritischen Blick auf die Wahlergebnisse.